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Die erste urkundliche Erwähnung von Louny/Laun stammt aus dem Jahre 1115, die Stadt besass damals das Kloster in Kladruby als Eigentum. Diese romanische Siedlung erstreckte sich an der Stelle der heutigen St.-Peter-Kirche an der Furt über die Eger. Die Königstadt wurde von Přemysl Otokar II. in den 60. Jahren des 13. Jh. östlich der ursprünglichen Siedlung gegründet. Die Stadt befand sich am Handelsweg von Prag nach Dresden und Nürnberg.
Zugleich mit der Stadt wurde auch das dominikanische Kloster gegründet, das während der Hussitenkriege in die Rapuse ging. In der Luzemburger-Zeit erlebte die Stadt Prosperität, durch die intensive handwerkliche und landwirschafliche Produktion, vor allem durch Getreide- und Weinanbau. Während der Hussiten-Kriege bildete die Stadt Louny mit Žatec/Saaz einen Truppenverband. In den 20. Jahren wurde der berühmte Krieger
Jakoubek aus Vřesovice zum Hauptmann. Nach zerstörten Klöstern befugte die Stadt Louny über ein umfangreiches Eigentum, dass sie aber unter der Regierung Jiřík von Poděbrady wiedergeben musste. Nach dem verheerenden Brand im Jahre 1517 wurde die Stadt umgebaut und Louny/Laun gewann seine prächtige Dominante - in der Bauhütte von Benedikt Ried entstand die spätgotische St.-Nikolaus-Kirche. Im 16. Jahrhundert wurde die hiesige Bürgerschule berühmt und es kam zum Aufschwung des Weinanbaus. Nach dem dreißigjähriger Krieg verliert Louny an Bedeutung. In der Mitte des 19. Jh. wurde Louny zum Sitz des Kreisamtes. Im Laufe des 19. Jh. und später noch in den 60er und 70er Jahren des 20. Jh. kam es zu einem umfangreichen Abbruch im Stadtkern. Viele prachtvolle Renaissance-Häuser, das Rathaus und Stadttore sind untergangen. In der 2. Hälfte des 19. Jh. kam es zu einem bedeutenden Aufschwung von Louny, in dieser Zeit entstanden u.a. Bahnreparaturwerke, eine Zuckerfabrik, eine Brauerei, ein Schlachthof, Mühlen, Finanzanstalten. Im Jahre 1896 wurde die erste Realschule /tschechich reálka/ eröffnet, das heutige Václav Hlavatý-Gymnasium. Um die Wende des 19. und 20. Jh wurden viele Familienhäuser erbaut. Nach dem Jahre 1945 gewann die hiesige Wirtschaft an Bedeutung, in Louny entstanden viele Werke - Elektroporcelán, Praga, eine Molkerei und ein Fleischkombinat. Die alte Vorstadt (Žatecké náměstí) wurde in den 1970er Jahren abgerissen. Anstelle der alten Vorstadt stehen heute Plattenbauten. Louny lag immer an der Sprachkreuzung, aber die typisch böhmische Eigenart überlebte doch bis heute.
Im Bezirk Louny wurden viele berühmte Persönlichkeiten geboren: der Dichter Jaroslav Vrchlický (1853 – 1912 Domažlice/Taus); Kamil Hilbert (1869 – 1933 Praha/Prag), Architekt, auch am Bau des Veitsdoms in Prag beteiligt, Václav Hlavatý (1894 – 1969 Bloomington, USA), Mathematiker von weltweiter Bedeutung, der Schriftsteller Karel Konrád (1899-1971 Praha). Die Gemeinde Cítoliby ist der Geburtsort des Architekten Josef Mocker (1835 – 1899), im nahen Slavětín wurde der Dichter Konstantin Biebl (1898 – 1951 Praha) geboren.
Das wertvollste Baudenkmal in Louny ist die St. Nikolaus -Kirche. Aus der ursprünglichen spätgotischen Kirche aus dem 14. Jh. wurde der Turm erhalten, in den Jahren 1519 – 1538 wurde das dreifache Zeltdach gebaut. Der Architekt Benedikt Ried aus Piesting wurde in dieser Kirche begraben. In Louny gibt es Benedikt-Rejt-Galerie, in der sich die ständige Exposition „Kunst der 2. Hälfte des 20. Jh.“ befindet. Zu erwähnen sind noch St.-Peter –Kirche aus dem 14. Jh., Kirche der Mutter Jesu Christi aus dem Jahre 1493 (Turm aus dem J. 1612) und 14-St. Helfer-Kirche aus dem Jahre 1716. Massive Stadtmauern mit dem Saazer Tor (tschech. Žatecká brána) und mit 2 Bastionen umfassen den Stadtkern. Das heutige Erscheinungsbild von den Umfassungsmauern ist von dem Umbau in der 2. Hälfte des 15. Jh. geprägt.
Die Stadt Louny bietet sehr gute Sport- und Kulturmöglichkeiten. In Louny gibt es z. B. ein Freibad /Městské koupaliště/, ein Eisstadion, eine Sporthalle, das neu rekonstruierte Vrchlický-Theater. In der nahen Umgebung liegt Berg Raná /Rannay/, der ideal für Paragliding und Segelfliegen ist. Im großen Stadtpark kann man sich richtig erholen. Dieser Park, in dem viele Familien mit Kindern ihre Freizeit verbringen können, ist zugleich ein Teil des Erholungsgebiets der Stadt, wo verschiedene Kultur-, Sport-, Gesellschaftsprogramme und Ausstellungen veranstaltet werden.
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